Die Heldenreise, das Seminar für intensive Selbsterfahrung.

Du findest hier eine Möglichkeit Dein Leben zu ändern. Erlebe in der Heldenreise Deinen inneren Konflikt zwischen Deinem Bedürfnis nach Sicherheit und Deiner Sehnsucht nach Veränderung. Die Reise zu Dir selbst wird wahr. Komm mit und begegne Dir. Auf diesen Seiten findest Du die Heldenreise – das Original Seminar nach Paul Rebillot – und weitere Selbsterfahrungsangebote auf mythologischer und gestalttherapeutischer Basis.

Wir müssen bereit sein uns von dem Leben zu trennen, das wir geplant haben, um das Leben zu leben, das auf uns wartet.

Joseph Campell

Du spürst eine tiefe Sehnsucht in Dir und Du verdrängst sie immer wieder?
Du träumst davon, wie Dein Leben aussehen könnte und bleibst im Gewohnten?
Du weißt es steckt viel mehr in Dir und Du zweifelst immer wieder an Dir?
Du willst Dein Potential leben und hast Dein Ziel klar vor Augen … doch Du stehst Dir selbst immer wieder im Weg?

Die Reise des Helden ist die älteste Geschichte der Welt.
Sie handelt davon, wie Mensch aufbricht das große Werk zu vollenden, den Konflikt zu lösen.
Sie ist eine vorbildliche Parabel für den Lebensweg der Menschen- individuell und in der Gemeinschaft.
Paul Rebillot (1931- 2010) orientierte sich an diesem Wissen.
Er entwickelte daraus Die HELDENREISE® – ein intensives Selbsterfahrungseminar und weitere kreative Seminare.
Die HELDENREISE® ein dramatisiertes, multikulturelles, konfessionsunabhängiges, ideologiefernes und ernsthaft spirituelles Ritual.
Sie füllt in unserer zivilisierten Welt ein altes Vakuum in der menschlichen Entwicklung.

Aktuelle Termine:

UPDATE: Ab Juli 2020 können die Seminare wie geplant wieder stattfinden.

– Letzter freier Platz –
Information und Anmeldung

24.08. – 30.08.2020
Stillerhof in Wessobrunn
mit Liane Adam und  Ninon Hensel
Assistenz: Gregor Baumert

– FREIE PLÄTZE –
Information und Anmeldung

16.11. – 22.11.2020
Stillerhof in Wessobrunn
mit Oliver Schmid und Ninon Hensel
.
.

– FREIE PLÄTZE –
Information und Anmeldung

04.01. – 10.01.2021
Stillerhof in Wessobrunn
mit Julia Ehmert, Gregor Baumert und Ninon Hensel
.
.

Aktuelle Termine der Folgeseminare:

der schatten

-Ausgebucht-
Information und Warteliste

19.09. – 24.09.2020
Riederau am Ammersee
mit Olli Schmid und Ninon Hensel

Atemritual

– Freie Plätze –
Information und Anmeldung

11.12. – 12.12.2020
Seeshaupt / Starnberger See
mit Andreas Kleindienst und Ninon Hensel
.

tod und auferstehung

– Freie Plätze –
Information und Anmeldung

11.09. – 17.09.2021
Felshaus in Wang
mit Oliver Fratzke und Ninon Hensel
.

Skizzierte Gedanken, Erfahrungen und mythologische Vermutungen zum Selbsterfahrungsseminar “Die Heldenreise” nach Paul Rebillot.

Der Weg in das Paradies

In jeder menschlichen Existenz, in uns allen, steckt die Anlage mythisch zu werden – Heros und Träger des Göttlichen – wenn einer sich auf den Weg macht, zu werden was er ist. (H. Zimmer, Indische Sphären, 39)

Die Heldenreise, was ist das?
Ein intensives, modernes und ewig zeitloses Selbsterfahrungsritual  unserer Gegenwart nach Paul Rebillot?
Das wichtigste dramaturgische Grundmuster der Romane und Filme unserer Zeit seit dem 19. Jahrhundert?
Der rote Faden, der goldene Faden in jedem Mythos dieser Welt verwoben, in jeder Religion?
Die Landkarte der menschlichen Entwicklung, hineingearbeitet in das kulturelle Gedächtnis der Menschheit?
Ein arachaisches Initiationsritual aus Tod und Auferstehung?

“Sie ist uralt und ewig jung. Sie ist archaisch und anarchisch. Sie garantiert für Blockbuster und Bestseller. Und sie erzählt das größte Abenteuer aller Zeiten: Die Geschichte der Reise des Helden mit den tausend Gesichtern.” (BR 2, Podcast “Die Heldenreise, Typologie einer Erzählung”, Autor Simon Demmelhuber)

Die Heldenreise, die größte Geschichte aller Zeiten?

Es ist die älteste Geschichte der Welt. Als Grundstruktur ist sie in Mythen, Märchen und Legenden eingewoben, die uns davon erzählen, wie einer aufbricht, das große Werk zu vollbringen. Sie ist die Geschichte hinter all diesen Geschichten, die bis auf den heutigen Tag unter zahllosen Namen in allen Sprachen und Kulturen in immer gleicher Weise wieder und wieder erzählt werden. Niemand hat sie je ersonnen, erfunden oder ausgedacht. Vielmehr kommt in dieser Geschichte ein unmittelbares Wissen unserer Seele zum Ausdruck; man könnte sagen, ein „mitgebrachtes“ Wissen. Denn diese älteste Geschichte der Welt ist zugleich eine vorbildliche Geschichte, eine Parabel für den Lebensweg des Menschen. Das macht sie so spannend, und deshalb muss sie immer und immer wieder erzählt werden, damit wir nie vergessen, wozu wir auf der Erde sind und was wir hier zu tun haben. (H. Banzhaff, Tarot und die Reise des Helden)

“Wo ist der Gral?” Im selben Augenblick wandelt sich alles […] Die wenigen Worte Parsifals hatten ausgereicht, die gesamte Natur zu regenerieren. Diese Worte nämlich hatten die zentrale Frage enthalten, das einzige Problem, das nicht nur den sündigen König, sondern den ganzen Kosmos zu interessieren vermochte: wo befand sich das Wirkliche, das Heilige, das Zentrum des Lebens, der Quell der Unsterblichkeit? Wo befand sich der heilige Gral? Vor Parsifals Ankunft hatte niemand daran gedacht, diese zentrale Frage zu stellen – und die Welt verdarb an dieser metaphysischen, religiösen Gleichgültigkeit: sie verdarb, weil die Imagination und die Sehnsucht nach dem Wirklichen fehlte.[…] Denn oft ist der Tod nichts anderes als das Ergebnis unserer Gleichgültigkeit gegenüber der Unsterblichkeit. (Eliade, Ewige Bilder und Sinnbilder, 62)

RESET TASTE
Wer wünscht sich das nicht? Einen Knopf den ich an mir drücken kann, wenn ich mich leer und verbraucht fühle?

In langer Vorzeit feierten die archaischen Menschen den Beginn des neuen, frischen Jahres, mit der Zerstörung des alten, verbrauchten Jahres. In immer gleichen Ritualen wiederholten sie den Mythos der Schöpfung der Welt, indem sie selbst diesen Mythos verkörperten, nachahmten und somit gleichsam reaktualisierten. Die Welt des alten, kranken Jahres wurde zerstört. Alles gestaltige Leben löste sich auf, in der form-und gestaltlosen Finsternis des Urmeeres. Doch nach dem dritten Tag des schwarzen Neumondes, entstand die neue Welt wieder – wurde von dem “alles Göttliche” verkörpernden Menschen aus dem Nichts geschöpft. Unverbraucht. Paradiesisch. Regeneriert. Frei. Jung. Ausgestattet mit allen Potentialen und Ressourcen. Reset. Ein “gespielter”, erlebter und erfahrener Neubeginn, gefüllt mit dem zeitlosen, sakralen Erleben des archaischen Menschen – besonders, heilig und damit für immer wahr. Der Mythos der ewigen Wiederkehr. (Eliade) Ein reales und gespieltes Sterben und Erwachen. Eine Initiation – Tod und Wiedergeburt. Der Wald um uns herum ebenfalls, er regeneriert sich mit seinem Todholz, aus seinem Sterben selbst. Ist das ein Gesetz der Natur in die auch der Mensch gehört? Komme ich hier wirklich dem Unaussprechlichen, meinem Erleben in der Heldenreise von Paul Rebillot näher?

KRISE

[…] diese ewige Rückkehr zu den Quellen des Heiligen und Wirklichen, rettet […] die menschliche Existenz vor dem Nichts und dem Tod. […] Die ihres religiösen Gehaltes entleerte Wiederholung führt jedoch notwendig zu einer pessimistischen Sicht der Existenz. Die zyklische Zeit, die nicht länger ein Weg zurück, zurück zu einer Situation des Anfangs, zur geheimnisvollen Gegenwart der Götter ist, die entsakralisierte zyklische Zeit, enthält einen schrecklichen Aspekt; sie wird zum Kreis der sich unentwegt um sich selbst dreht, sich ewig wiederholt. (M. Eliade, Das Heilige und das Profane, S. 95)

Erkenne ich mich wieder in meinem Leben, das sich schrecklich um mich selbst dreht?

Selbst dem archaischen Menschen ist die Krise vertraut. Er wird krank, wie auch wir krank werden. Der Körper wird krank, die Seele wird krank, der ganze Mensch ist krank. Braucht Heilung. Der archaische Mensch, der sich ganz und gar als Mikrokosmos begreift, findet klare und poetische Beschreibungen für diesen Zustand seiner selbst, die bis heute überliefert sind und jedem Kind aus dem Märchen bekannt: Das Königreich ist krank und bedarf der Rettung. Die Prinzessin liegt in tiefem Schlaf. Alle Quellen sind versiegt. Der König erstarrt in Trübsal.

Zum Kinde möchte ich werden und in meiner eigenen traumwandlerischen Sicherheit erkennen: Ich selbst bin das Königreich, die Prinzessin, die Quelle, der König. Ich selbst bin krank. Ich bin erstarrt. Wen soll ich rufen? Wer versteht mich? Was kann ich tun? Soll ich allein mich retten vor mir selbst? Ich? Beginnt hier die Reise des Helden, der Heldin?

HELD ODER NARR?

Die seltene Erscheinung des wahren Helden tritt über den Horizont, der keiner Götterhilfe, keiner Zauberwaffen bedarf, der nicht erbebt wo alle zittern. […] Aber was er Einziges, Unerhörtes ist, vermag er einzig aus sich selbst. […] Heldentum ist innerlich: in uns wird überwunden oder nirgendwo. (H. Zimmer, Indische Sphären, S.69)

Wie soll ich mich erlösen? Ich konnte es doch bisher auch nicht!

In den Überlieferungen tritt das Heroische oft als sein Gegenteil auf. Nicht der muskulöse, schwertkampferprobte Recke rettet die Welt. Nie. Die großen Götter kämpfen nicht in der profanen Schlacht im Theater der Welt. Die Rettung naht vielleicht von jener Seite, von der ich am wenigsten Rettung erwarte? Vom Narren, Dummling – vom Unerfahrenen. Von mir, jenem, der hoffentlich endlich jede Vorsicht fahren lässt. Parsival.

Der Held ist der Narr, der immerzu das Neue wagt, das Unbekannte, jener der mit dem Feuer spielt, wenn die Masse in trügerisch schützender Vorsicht zurückweicht: Prometheus, Loki, Ikarus – Heilsbringer – auch dämonischer und scheiternder. So trete ich aus mir hervor, bin in meinem kranken Königreich der Narr, der nichts weiß, nichts mehr fragt, sondern einfach aufbricht. Ohne Planung, ohne Wissen, ohne Ziel. Das erste Motiv im großen Arkana des mystischen Tarot – der Narr, der Held im Reigen jener 22 Karten, die Schicksalsfahrt aller HeldInnen abbildend.

AUFBRUCH HELDENREISE

Die Heldenreise handelt von einer Fahrt, die jeder Mensch unternimmt: Sie erzählt in der symbolischen Bildersprache des Traums und Unbewussten von der Suche nach dem Selbst, von bitteren Abschieden aus vertrauten Bindungen und Gewohnheiten, vom Wachsen und Reifen der Person. Sie erzählt von der Notwendigkeit, in einer Welt voller Ängste, Ungewissheiten, Gefahren, Schmerzen, Leid und Not durch viele Wandlungen hindurch erwachsen zu werden und auf eigenen Beinen zu stehen.(BR 2, Podcast “… Typologie einer Erzählung”, Autor: Simon Demmelhuber)

Ich beginne meine eigene Weltschöpfung zu bereisen, zu erforschen zu hinterfragen. Ich lerne mich kennen.

Was gehört hier alles zu meiner Welt? Was wurde wann von mir erschaffen? Wozu? Ich erzähle mir meinen eigenen Mythos wieder, nicht um ihn wie so oft blind und sinnentleert zu wiederholen, nein, um ihm weiter zu weben mit meinem eigenen und selbstgesponnenen Schicksalsfaden. Mit meiner Macht. In meiner grenzenlosen närrischen Dummheit, stelle ich jeden Sinn auf den Kopf, stolpere in jede mir selbst gestellte Falle und frage alle Fragen die ich mir zuletzt verboten habe. Parsival achtete bei seinem ersten Besuch auf der Gralsburg peinlich auf antrainierte Sitte und Anstand. Bloß keine Fehler machen doch dabei das offensichtliche übersehend, zu sehr mit sich und seiner Wirkung beschäftigt. „Wo ist der Gral?“ fragt er schließlich rücksichtslos bei seinem zweiten Besuch. Und im selben Augenblick wandelt sich alles. Paul Rebillot der Schöpfer mythologischer Selbsterfahrungsseminare  nennt eine Frage, die wesentlich ist für diesen Mut: „Why not“?
So lasse ich alle Erziehung fahren. Drücke den Resetkopf zur selbstbestimmten Reaktualisierung meines eigenen Schöpfungsmythos und starte die mutige Reise in das Ungewisse. Meine Heldenreise beginnt.

SELBSTERFAHRUNG HELDENREISE, HELD UND DÄMON

Was bin ich? wo fange ich an, wo ende ich und worin gründe ich? […] Es gilt dieses Andere in uns zu erfassen, um die Ordnung der Abhängigkeit von ihm zu begreifen und zu meistern, – denn es geht darum, souverän zu werden im Hause unseres Leibes, unserer Welt. Wir sind es nicht, denn das hieße, nach Belieben aus unserer Ganzheit schöpfen, – wann können wir das? Wir haben uns nicht ganz, wir haben nur, was jeweils uns bewusst wird, – ein Fließendes, Entgleitendes, – die Nacht verschluckt es, der Tag verstreut es. Wie wenig haben wir von dem, was alles in uns liegt, als einen Besitz, über den wir willentlich verfügen können, – oder wie wenig davon hat uns? (H. Zimmer, Indische Sphären, 103)

Grundgerüst und Stammpersonal dieses universalen, überall und allzeit gültigen Erzählmodells stehen unverrückbar fest. Sein Ablauf, seine Etappen und Gestalten spiegeln allgemein menschliche Erfahrungsinhalte, die der Schweizer Seelenforscher Carl Gustav Jung als Archetypen bezeichnete. Damit sind der Seele eingeprägte Urerlebnisse gemeint, die alle Menschen in gleicher oder sehr ähnlicher Weise erfahren. Wir müssen diese Geschichten nicht mit dem Verstand begreifen. Ihre Botschaft erschließt sich intuitiv, weil wir in den archetypischen Ereignissen, Protagonisten, Bildern und Symbolen unsere eigenen seelischen Prozesse, Kräfte und Bewegungen wiedererkennen. Dieses Wiedererkennen geschieht in den Tiefenschichten des Unbewussten. Dort ist uns auch ohne rationale Analyse klar, was ein Drachen, eine Hexe oder ein Schwert bedeutet. Wir wissen, was uns Prinzessinnen, Zauberer, Goldschätze oder Brunnen sagen wollen. Auf der Handlungsoberfläche erzählen Heldenreisegeschichten von so verschiedenen Heroen wie Harry Potter, Parzival, Luke Skywalker, Jack Sparrow, Odysseus oder Frodo Beutlin. In ihrer archetypischen Tiefenstruktur aber werden stets nur wir erzählt: Unsere innersten Kämpfe und Nöte, unsere Fegefeuer, Niederlagen und Siege, das ganze Drama der Individuation, der Entfaltung oder Verhinderung unserer Fähigkeiten, Anlagen und Möglichkeiten.(BR 2, Podcast “… Typologie einer Erzählung”, Auto: Simon Demmelhuber)

Und nun stecke ich mitten drin im Ritual der Zerstörung und Neuschöpfung meiner Welt. Das Ritual gibt mir 7 Tage Zeit für „ die 9 Äste, des herrlichen Weltbaumes unter der Erde“ (Edda, Voluspa, Weissagung der Seherin) die ich gleich dem alten Medizinmann auf dem Weg in mein Paradies zu ersteigen habe. Ewige Zeit. Heilige Zeit setzt ein.

Kein König, kein Leinwandheld sondern einzig ich selbst ziehe los, den Übergang in meinen nächsten Lebensabschnitt zu wagen, in meine neue Welt – das große Werk zu vollenden, mein Königreich zu retten – meine Welt neu zu schöpfen.
Ich begebe mich auf die Reise zu mir, möchte besser werden als ich bin. Über  mich selbst hinauswachsen will ich – Unmögliches mit mir möglich machen.  Möchte werden wie ich denke, dass ich es bin. Anerkennung und Bewunderung erwarte ich. Ich muss meinem mütterlichen Ursumpf endlich entsteigen. Denn nach Hegel muss ich mich erst “selbst zu dem machen was ich sein soll”, muss “das natürliche abschütteln”. Bin ich ein “Mängelwesen” (Gehlen)? Ich Mensch – Ich Mängelwesen. Ist das so?

VISION DER MENSCHLICHEN VOLLKOMMENHEIT

Einfach Mensch, das ist zu wenig. (Maxim Gorki)

Diese Art des vertikalen Denkens, des aufstrebenden Denkens ist eine Art der Auffassung von Welt, Natur und Leben, die dem Mythos widerspricht. Meinem Sein widerspricht. Der Kerninformation des Heldenmythos widerspricht. Dem nach oben verirrten Gedanken liegt die Auffassung zu Grunde, der Mensch per se ist die Inkarnation des Göttlichen und steht somit über den Wesen der Natur. Und genau so muss er sich verhalten, damit er zu dem wird, “was das Universum mit ihm vorhat”. Trotz besseren Wissens, ist diese Haltung fest in unseren täglichen Gedankenmustern verwurzelt. Und sie kann die Ursache sein für unsere innerweltlichen Krisen und unseren verantwortungslosen Umgang mit der Natur, in uns und uns umgebend.

Der neue Mensch

Allen Schriftreligionen, Ideologien, Utopien und der modernen Glücksindustrie, ist ein fatales Verständnis lebender Existenzeigen: Gut und Böse. So entscheidet sich der moderne Mensch der Norm, für ein Leben auf dem ewig gleichen Mist: Unwahrheit und Scheinheiligkeit für das Selbstbild der eigenen Vollkommenheit. Das Gute. Das Unerreichbare. Gott. Als stünde Mensch nicht immer am Abgrund. Als wären Zerstörung, Sünde und Tod, keine notwendigen Bestandteile unseres Seins im ewigen Kreislauf aller Wesen. Dieses Denken erzeugt Gewalt – Gewalt gegen mich, Gewalt gegen andere und Gewalt gegen die Natur. Gewalt gegen das WAS IST, für eine Idee von dem WAS SEIN SOLL. Menschen leben in Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit. Leben in Angst vor der Nichtigkeit menschlicher Existenz, im Verhältnis zur unermesslichen Größe des Universums. Doch genau diese Nichtigkeit stellt uns allem Leben gleich, Tieren, Pflanzen … Aber Mensch will lieber etwas Besonderes darstellen. Der neue Mensch der Vollkommenheit, trägt die Seuche des mordenden Krieges in sich. Der neue Mensch der Vollkommenheit, zu Hause im Alltag unserer narzistischen, virtuellen Scheinwelt, ist der Humus einer ungerechten, unsicheren, unwissenden, selbstbezogenen Welt. Menschlichkeit und Lebendigkeit weicht der Starre des Willens. Wahrheit weicht dem Schein. Leben weicht dem Tod. Entwicklung wird Stillstand. (neuermensch.com, die Vision der menschlichen Vollkommenheit)

Die Heldenreise ist ein Selbsterfahrungsseminar, sie ist kein Selbstoptimierungskurs.

An der Selbstoptimierung zu arbeiten, wäre “den Teufel mit dem Beelzebub austreiben”. Das kann keine Selbsterkenntnis des Mythos sein. In der Heldenreise öffne ich meinen Geist, meine Seele und meinen Körper “nach hinten” (J. Campell) und verbinde mich mit der Macht meines Unbewussten, des kollektiven Unbewussten – mit der Kraft aus tausenden Jahren gelebten Lebens und der so entstandenen Kraft der ewigen, wahren Mythen. In diesen Momenten verlasse ich die profane Zeit des Alltags und begebe mich in die zeitlose heilige Zeit des Mythos und seiner ewigen Gegenwart. In diesem Moment erwachen alle Möglichkeiten in mir – alle Götter und alle Dämonen. Diese aber in die profane Zeit tragen, sozusagen als materialisierte Tatsache mit all ihren Statussymbolen des Reichtums oder Verfalls, ist wohl verbohrte Selbstvergrößerung. Selbstanmaßung. In der mythischen Erfahrung, in der einzig die innere gelebte Erkenntnis wahr und somit heilig ist, d.h. mit “besonderer” Energie aufgeladen, spiegelt jenes aufgeblähte ICH das Unwahre.

Das ist Krise. Das ist Stillstand. Im Tarot: Der Gehängte.

WUNDERLAND HELDENREISE

Dem Unausweichlichen gewachsen sein, ist die Weisheit des Lebens. Das Unbewusste allein, das alles weiß und sinnbildlich in sich bewegt, uns aber als Person davon nur soviel sehen lässt, als wir verdienen; wenn wir ihm zu lauschen vermögen, und nicht viel mehr, als wir bedürfen, um unseren Weg durch die unausweichlichen Gehalte des Lebens zu wandeln, – das Unbewusste allein ist allem gewachsen. Es ist das alterslose Ganze, dem nichts Neues geschieht, was auch mit uns geschehe, und das dem Gange des Ich zuschaut wie die kummerlose Natur dem Aufblühen und Vergehen ihrer Geschöpfe. Seine wachste Zeit in den meisten Menschen ist die Kindheit, daher ist sie das eigentlich geniale Alter: zauberhaft, unbestechlich und allem nahe. (H. Zimmer, Indische Sphären, 155)

Das Unbewusste wird ja nicht nur von Ungeheuern heimgesucht: in ihm haben auch die Götter, die Göttinnen, die Helden, die Feen ihre Heimat; und zudem sind sogar die im Unbewussten lebenden Ungeheuer selber mythologische Wesen, da sie weiterhin jene Aufgaben erfüllen, die ihnen in allen Mythologien zukamen, das heißt letztendlich: dem Menschen zu helfen, dass er sich selbst befreie und seine Initiation vollende. (M. Eliade, Ewige Bilder und Sinnbilder, 15)

Indem ich meine alte Schöpfung betrachtet, erkannt und verstanden habe, habe ich sie zerstört, vernichtet, im Kampfe besiegt.

Ich habe die Schleier und Trugbilder meines Lebens zerrissen. Ich habe mich selbst besiegt. Nun bin ich bereit für die neue Erfahrung der Nacht der Welt aus der ich, wie der Mond nach 3 Tagen, gereinigt und geheilt neu entsteigen werde. Hier erwarten mich nie gemachte Erfahrungen und die lange vermisste Freiheit meiner kindlichen Naivität. Und mit dieser ganz ungeheuerlichen Kraft ausgestattet, bestehe ich Prüfungen, für die ich in meinem profanen Leben nicht bereit wäre. Prüfungen die mir zeigen wer ich bin und was ich kann. So treibe ich führerlos, schwerelos, grenzenlos in der Dunkelheit des mytischen Urmeeres meiner Intuition, meiner Muse vertrauend in die Zukunft. Das Kind im schützenden Bauche der Mutter.

Indem einer verschlingt, was ihm das Widerwärtigste ist, und sich von ihm verschlingen lässt, kann er in den Besitz einer Ganzheit gelangen, in der das Widerwärtigste samt allem wovor man floh, wonach man langte, sich auflöst. Diese Gegensätze alle bedürfen einander und verlangen danach, aneinander in der Ganzheit, die sie bilden wollen, zu verschwinden. […] (H. Zimmer, Indische Sphären, 191)

Zum Zeichen seines endgültigen Sieges und seiner unwiderruflichen Verwandlung empfängt der Held eine ultimative Trophäe. Campbell nennt sie das „Elixier“ und meint damit den Inbegriff all dessen, was den Helden vor den Augen der ganzen Welt als denjenigen ausweist, der er durch sein Abenteuer geworden ist: Ein Herrscher, ein Weiser, ein Kämpfer, ein Wissender oder kurz gesagt der Held und Meister seines eigenen Lebens. Dieser Ertrag des Abenteuers, das Elixier, fließt zurück eine Gemeinschaft, die von den Erfahrungen des Einzelnen neu belebt wird.(BR 2, Podcast “… Typologie einer Erzählung”, Autor: Simon Demmelhuber)

AUFSTIEG HELDENREISE

Durch die Mondphasen – “Geburt”, “Tod” und “Auferstehung” des Mondes – wurden die Menschen sich Ihrer eigenen Seinsweise im Kosmos und zugleich Ihrer Aussichten auf Fortleben oder Wiedergeburt bewußt.[…] Denn die Botschaft des Mondes an den religiösen Menschen besagt nicht nur, daß der Tod unlösbar mit dem Leben verbunden ist, sondern auch und vor allem, daß der Tod nicht endgültig ist, daß ihm immer eine neue Geburt folgt.((M. Eliade, Das Heilige und das Profane, 118)

So wie Frau Luna nach 3 Tagen der Finsternis entsteigt – nach ihrem Tod, folgt sicher die Auferstehung und die Geburt, so habe ich mich wieder neu gefunden. Bin mir meiner selbst bewusst ein “neuer Mensch”, ein gereinigter Mensch, ein ganzer Mensch. Ich habe meine kranke Welt “zerstört” und mich zu einem ganzen Menschen vereinigt. In phantastischer Unterwelt sammelte ich Kraft für eine neue Schöpfung meiner selbst. Diese ist nun fertig. In meinem Königreich sprudeln die Bäche wieder, das Korn wächst, die Menschen sind erwacht – lachen singen, tanzen – LEBEN. Bis zum nächsten Weltuntergang. Wie einst und heute die archaischen oder „primitiven“ Völker taten, so auch ich.
Bei P. Rebillot heißt es : „Du bist frei zu leben, frei zu sterben, frei der zu sein, der Du bist. Freiheit ist Dein wahres Wesen.“

Nach J. Campell spiegelt die Heldenreise in Aufbau, Form und Funktion, auf der Ebene der Weltreligionen die Erlöserbiografie. Die Biografie Buddhas, Jesus oder Mohamed. Und spätestens hier wird mir wieder klar, daß meine Sehnsucht nach dem Reset Knopf, nach dem Neubeginn, nichts anderes ist als die uralte menschliche Sehnsucht nach der Vollkommenheit des Anfangs, DIE SEHNSUCHT NACH DEM VERLORENEN PARADIES. Eine Sehnsucht die zutiefst menschlich ist und alles Leben auf dieser Erde verbindet. Wieder neu werden. Neu geboren werden. Neu anfangen können als ein neuer Mensch.

[…] dass man das Leben mit einem Maximum an “Chancen” periodisch neu beginnen kann. Darin liegt nicht nur eine optimistische Sicht der Existenz, sondern auch eine uneingeschränkte Bejahung des Seins […] das die Teilhabe am Sein durch die Uroffenbarung garantiert wird, deren Hüter er (der Mensch selbst) ist. Die Summe der Uroffenbarungen aber liegt in seinen Mythen. (M. Eliade, Das Heilige und das Profane, 81)